
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger nahmen in dieser Woche am CDU-Ortstermin zur Lärmbelästigung an der Feldkampstraße in Herne teil. Sowohl in Herne als auch in Bochum fühlen sich Bürgerinnen und Bürger seit Jahren gestört durch hochfrequente Geräusche in unterschiedlicher Lautstärke während des Tages, aber besonders in der Nacht. Dies beeinträchtigt laut Aussagen der Versammlungsteilnehmer nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder. „Erwachsene und vor allem Kinder, die unter diesen nächtlichen Lärmgeräuschen leiden, wachen angstvoll auf und haben anschließend Probleme, wieder einzuschlafen. Von den zuständigen Behörden fühlen sie sich allein gelassen“, erklärt Barbara Merten, umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Herne.
Zu dem Ortstermin eingeladen haben Merten, der CDU-Bezirksverordnete und stellv. Bezirksbürgermeister aus Herne-Mitte, Christoph Nott, sowie die Bochumer CDU Fraktionskollegen James Wille (CDU-Bezirksfraktionsvorsitzender Bochum-Mitte), David Schary (CDU-Bezirksverordneter in Bochum-Mitte und stellv. Bezirksbürgermeister), Elke Janura (CDU Stadtverordnete und Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Ordnung) und Lothar Gräfingholt (CDU-Ortsverbandsvorsitzender Bochum-Riemke), um sich ein Bild über die Situation zu verschaffen.
Seit ca. 4 Jahren schwelt nun das Problem, das laut Aussagen der Bürgerinnen und Bürger zunächst fälschlicherweise in Verbindung mit dem Ausbau der A43 in Verbindung gebracht wurde. In der Zwischenzeit kristallisierte sich aber heraus, dass der Verursacher ein Unternehmen sein könnte, dass auf dem ehemaligen Nokia-Areal an der Stadtgrenze, dem Gewerbegebiet HERBO43, angesiedelt ist. Zwar wurde zunächst als Schutzmaßnahme ein Holzzaun errichtet, dies reichte jedoch nicht aus. Vor 2 Jahren wurde eine Schallschutzwand zum Schutz der betroffenen Anwohner errichtet, die aber aufgrund der geringen Höhe nicht ausreichenden Lärmschutz bietet, sodass der Schall weiterhin ungemindert in den Wohnbereich bis in den Herner Süden reicht. Zwar wurde selbst das Umweltamt Hagen als übergeordnete Behörde seitens der Betroffenen eingeschaltet, doch leider sind die Bemühungen dieser Behörde durch einen Mitarbeiterwechsel auch hier ins Stocken geraten.
Der zuständige Fachbereich der Stadt Herne wurde ebenfalls vor gut 2 Jahren auf die Problematik angesprochen, doch die Bürger fühlten sich nicht ernst genommen. So wurde eine Messung veranlasst, die jedoch nur tieffrequente Geräusche erfasste. Eine Messung für hochfrequente Geräusche wurde wohl nicht durchgeführt. „Betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sind der Lärmquelle eigenständig nachgegangen und haben die Lärmquelle auf Bochumer Stadtgebiet lokalisiert. Die Herner Verwaltung jedoch verwies lediglich auf den Zuständigkeitsbereich der Stadt Bochum. Die Reaktion der Verwaltung ist mal wieder unglaublich!“, äußert Merten. „Dies ist für uns ein Déjà-vu, da uns dieser Vorgang an den Fall an der Neustraße in Herne erinnert, wo ein betroffenes Ehepaar einige Jahre allein gelassen wurde, als es zu zur Geräuschbelästigung durch ein Chemieunternehmen kam, bis wir als CDU uns für sie eingesetzt hatten.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende aus Herne, Timon Radicke, äußert seinen Unmut über diese Verfahrensweise: „Wir erwarten von der Verwaltung eine interkommunale Absprache und Vorgehensweise, damit die Probleme der Bürgerinnen und Bürger effizient und koordiniert gelöst werden.“
Am Ende des hoch emotionalen Bürgertermins, bei den betroffene Menschen aus beiden Städten ihre Verzweiflung glaubhaft schilderten, wurde vereinbart, dass zunächst der Kontakt mit einem möglichen Verursacher hergestellt werden soll, der in der Vergangenheit nicht gut erreichbar war. Barbara Merten gelang es nun, Kontakt mit der Firma aufzunehmen. Dort konnte sie in Erfahrung bringen, dass die Lärmschutzwand zwar bereits aufgebaut ist, aber noch weitere Abschlussarbeiten durchgeführt werden müssen, bis der Lärmschutz vollständig gewährleistet werden kann. Nach Fertigstellung der Mauer werden weitere Lärmschutzgutachten erstellt, um festzustellen, ob eine es eine tatsächliche Lärmreduzierung gibt. Des Weiteren wurde festgestellt, dass eine Maschine auf dem Betriebsgelände defekt ist und demnach sofort abgeschaltet wurde, sodass auch hier eine Lärmreduzierung spürbar sein müsste. Ebenso freut man sich auf ein gemeinsames Gespräch mit Anwohnern und Politik, um die Nachbarschaft zwischen Unternehmen und Anwohnern zu verbessern. Dieser Termin ist für Anfang August nach den Ferien geplant, wird aber derzeit noch abgestimmt. Nach weiteren Informationen seitens der Anwohner könnte auch noch ein weiteres Unternehmen, dass sich auf sich ebenfalls auf dem Gelände befindet, Verursacher des Geräuschproblems sein. „Wir bleiben am Ball und setzen uns für die Bürgerinnen und Bürger ein, um die Wurzel des Übels zu ermitteln und abzustellen“, so der Tenor der Bochumer und Herner CDU-Politiker.
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